Montag, 9. April 2012

Easter Bunnies & more

An Ostern nicht mit den Verwandten zusammen zu sein ist schon etwas komisch. So fühlt es sich irgendwie nicht ganz wie Ostern an. Auch letztes Jahr war ich Ostern nicht Zuhause. Jens und ich waren ja mit ein paar Freunden von der Uni in Holland. Windsurfen, grillen, chillen, die Sonne genießen. Aber auch da hat es sich nicht wie Ostern angefühlt!
Ich kann mir gar nicht vorstellen hier Weihnachten zu feiern bei 35°C im Sommer. Das ist einfach viel zu komisch und zu ungewohnt!

Am Sonntag hatten wir aber trotzdem ein schönes Osterfrühstück mit Rührei, Speck, Obst und natürlich Schokoeiern. Mientjes Oma ist zum Lunch vorbei gekommen. Sie war, anders als der Rest der Familie, morgens in der Kirche. Ich wäre irgendwie auch gerne mit in die Kirche gegangen, einfach um zu sehen, wie das ganze hier abläuft. Man kann ja nicht wirklich sagen, dass ich ein gläubiger Mensch bin.

Allerdings gab es zum Lunch einen italienischen Kuchen. Ähnlich wie die, die man bei uns auch immer zur Weihnachtszeit kaufen kann.
Abends hab ich Jen geholfen das Essen zu zubereiten. Wir haben Cannelloni gefüllt mit Spinat und Ricotta gemacht. Wirklich lecker. Wir haben alles am Samstag zusammen eingekauft in verschiedenen Delikatessen Geschäften, beim Butcher oder im Veggie Shop. Alle möglichen Sorten an Gemüse haben wir gekauft. Das ist das Gute in Australien. Hier wachsen alle Früchte das ganze Jahr über. Mangos und Avocado kann man hier für 2$ das Stück kaufen.
Ich hab die Canneloni mit dem Ricotta und dem Spinat gefüllt. Alles in eine Backform. Bechamel und Tomatensoße drüber und mit Pamesan bestreuen. Eigentlich ziemlich einfach.
Was mich etwas stört, dass die Familie relativ ungewürzt isst. Ich hau mir dann später immer noch Mengen an Salz und Pfeffer auf mein Essen!

Gestern, am Montag, haben die Familie und ich einen kleinen Ausflug ins Yarra Valley gemacht. Es ist bekannt für den Wein, der dort hergestellt wird und natürlich haben wir uns das dann mal angeguckt.
Morgens um neun Uhr ging es los zum Domaine Chandon. 1986 wurde  es von dem französischen Champange house Moet & Chandon gegründet. Wir haben eine kleine Führung gemacht und wissen nun wie Champanger und Wein hergestellt wird und was der Unterschied zwischen billigem und teurem Sekt ist. Sehr interessant eigentlich!
Danach haben wir natürlich an einer Weinprobe teilgenommen. Das war echt lustig, allerdings muss ich sagen, dass ich wirklich kein Weintrinker bin. Wirklich geschmeckt oder, dass ich sagen würde, den Wein würde ich wirklich mit Genuss trinken, hat mir eigentlich keiner.
Danach sind wir noch in ein Restaurant zum Lunch gegangen. Es war relativ teuer! Ich habe Gnocchi bestellt. Für knapp 40 $ lagen ganze acht Stück auf dem Teller. Man muss das dann so langsam essen, dass das Sättigungsgefühl früher eintritt und man am Ende dann doch mit gefülltem Magen aus dem Restaurant gehen kann.
Es war aber wirklich ein sehr schöner Nachmittag und ich bin froh, dass Jen und Kieren mit mir dort hin gefahren sind.

Abends habe ich mich mit Emily und Emma zum Dinner in Camberwell getroffen. Die zwei kenne ich noch von meinem Schülerausstausch von vor vier Jahren und es war wirklich lustig! Es war ein schöner Abend mit viel Essen.
Die beiden studieren hier auch an der Monash University. Emily ist sogar Model und war vor ein paar Jahren in Mailand, Paris und Miama zum Arbeiten. Also man lernt immer total verschiedene und interessante Menschen.

Gerade packe ich meinen Rucksack und morgen gehts auch schon ab nach Bali für 15 Tage. Vomex und Loperamid befindet sich natürlich auch im Gepäck! Ich hab von vielen Leuten gehört, dass man da ganz schnell Magenprobleme bekommen kann. Ich soll noch nicht mal mit normalen Leitungswasser meine Zähne putzen. Immer Flaschenwasser benutzen!
Also ich weiß nicht genau, wann ihr wieder von mir hören werdet, da ich leider nicht weiß, wie die Internetsituation auf der ganzen Insel ist. Ich versuche mich natürlich zu melden. Ansonsten hört ihr das nächste Mal am 27. wieder von mir, dann gibts einen ganz langen Bericht!

The Comedy Festival am Karfreitag


Lisa Mitchell

Veggie Shopping


Kino am Ostersamstag


...aber vor dem Kino noch ein paar Cocktails ;)

Frühstück am Ostersonntag

Domaine Chandon




zum Glück wars nicht windig!









Wine Tasting


Kieren, ich und Jen











Sonntag, 8. April 2012

"This is a new and different world. The challenge is to cope with it. And not just cope but thrive!"

"What do you see that I don't?"
"The light, colours, smiles. It teaches me something!"

Samstagabend war ich mit Jen (Mientjes Mama) im Kino. Vorher waren wir noch Cocktails in einem wirklich schicken Restaurant schlürfen und haben uns dann später ins "Rivoli" aufgemacht um "The best exotic Marigold Hotel" zu gucken. Ein Film über britische Pensionäre, die aus verschiedenen Gründen beschließen ihren Lebensabend in Indien zu verbringen, da das Leben dort nunmal viel billiger und exotischer ist. Voller Vorfreude durch Werbeflyer des neu restaurierten Marigold Hotels stellen sie sich einen geruhsamen Alterssitz vor, nur um entdecken zu müssen, dass der einstige Palast seine besten Tage weit hinter sich gelassen hat und seitdem nichts getan wurde. Doch obwohl ihr neues Heim weit weniger luxuriös ist, als gedacht, entdecken sie, dass das Leben und die Liebe noch einmal von vorn beginnen kann, soweit man die Vergangenheit endlich für sich ruhen lässt ...

Wirklich lustig und sehenswert! Guckt euch mal den Trailer an, vielleicht konnte ich euch ja einen Anreiz geben, demnächst wieder ins Kino zu gehen! 

--> http://www.youtube.com/watch?v=dDY89LYxK0w <--



Und wieder habe ich etwas gelernt. Auch wenn Englisch Englisch ist, ist Englisch nicht gleich Englisch. Amerikanisches Englisch ist anders als Britisches oder Australisches Englisch. 
Meinen Blog habe ich ja "Cair Supertramp" genannt. Darauf gekommen bin ich durch den Film "Into the Wild". Dieser Film basiert auf dem gleichnahmigen Buch von John Krakauer und erzählt das Leben von Christopher McCandless. Es beruht auf einer wahren Geschichte. Viel mehr auf einem wahren Leben. 
Nach dem Abschluss seines Geschichts- und Anthropologiestudiums in Atlanta im Sommer 1990 beginnt Christopher eine zweijährige Reise durch die USA, die ihn schließlich in die Wildnis Alaskas führt. Nachdem er sich von materiellem Besitz losgesagt und seine Ersparnisse in Höhe von 24.000 US-Dollar einer Hilfsorganisation gespendet hat, macht er sich zu Fuß mit einem Rucksack unter dem Pseudonym "Alexander Supertramp" auf die Reise nach Fairbanks nahe dem nördlichen Polarkreis, um sich den Herausforderungen eines einfachen Lebens fernab der Zivilisation zu stellen.
Im April 1992 erreicht Chris letztendlich sein Ziel und bricht in die Wildnis, nach Alaska (the big N, the big Alsaska Advanture) auf, wo er die Sommermonate in einem verlassenen alten Linienbus verbringt. Die einsetzende Schneeschmelze schneidet seinen Rückweg über den nahegelegenen Teklanika River ab, da dessen Wasserspiegel und Strömungsgeschwindigkeit stark angestiegen ist, so dass er ohne Kenntnis alternativer Routen zum Ausharren in seinem „Magic Bus“ gezwungen ist. Durch Nahrungsmittelknappheit und geschwächt vom Verzehr giftiger Beeren, verliert er an Körpergewicht und stirbt.
Der Leichnam Christophers wurde Ende August 1992 von Elchjägern gefunden. Es gibt ein Foto von Christopher, wo er vor dem grünen Bus sitzt mit einem Lächeln auf den Lippen. Man hatte einen unentwickelten Film in seiner Kamera gefunden.
Ich war ziemlich begeistert von dem Film, dass ich kurzerhand meinen Blog ,als Anspielung, so genannt habe.
Gerade beim Essen haben wir übers Trampen geredet. Mientjes Eltern haben mir gesagt, dass "Trampen" hier in Australien "hitchhiking" genannt wird. Und ein "Tramp" ist nicht, wie ich gedacht habe, ein Vagabund oder Herumtreiber, sondern eine Schlampe, Hure oder Flittchen. Was müssen die wohl gedacht haben als sie meinen Blogtitel "Cair Superhure" gelesen haben. Ziemlich peinlich!
In Amerika hat das Wort "Tramp" aber die ursprüngliche Bedeutung! Und nun konnte ich ihnen ja alles erklären!

Hier noch der Trailer zu "Into the Wild"
--> http://www.youtube.com/watch?v=2LAuzT_x8Ek&noredirect=1 <--


Alexander Supertramp

Samstag, 7. April 2012

Everything will be all right in the end! If it's not all right it's not yet the end!

Frohe Ostern an alle in Deutschland! Ich hoffe, ihr findet alle eure Schokoeier im Garten, die der Osterhase gebracht hat! :)

Gestern Nacht habe ich eine ganz lange Nachricht von der Alex bekommen. Sie war ziemlich entsetzt, dass ich getrampt bin. Als ich die Nachricht gelesen hatte, musste ich erstmal schlucken!
Natürlich weiß ich, dass Reisen nicht immer ungefährlich ist und dass viele schöne Sachen aber auch viele schlimme und negative Sachen passieren können. Ich bin zwar manchmal naiv, aber ich steige nicht blind bei irgendjemandem ins Auto. Allerdings war es in dieser Situation sicherer von jemandem zum Backpackers mitgenommen zu werden, als noch zwei Stunden an irgendeiner Straße entlang zu gehen. Ich hatte den langen Weg einfach unterschätzt!
Ich passe auf mich auf und sorge dafür, dass ich wieder heile in Deutschland ankomme. Und verlasst euch darauf, ich werde wieder kommen! Auch wenn Papa Angst hat, dass ich vielleicht einfach hier bleibe. Das wird nicht passieren! Ich bin froh Europäerin zu sein und dort aufgewachsen zu sein. In dieser kurzen Zeit des Reisens hab ich schon festgestellt, dass ich mich in den letzten paar Jahren sehr verändert habe! Man setzt Prioritäten anders und geht anders mit dem Leben um. Vor ein paar Jahren war Australien noch mein Traumland, in das ich eines Tages mal vorhatte auszuwandern. Aber ich liebe Europa. Ich liebe Deutschland. Ich bin froh, dass mir die Möglichkeit gegeben ist eigene Erfahrungen zu sammeln, auf eigenen Beinen zu stehen, den Mut zu ergreifen um die Welt zu reisen und andere Kulturen kennen zu lernen.
Aber man macht nunmal nicht nur gute Erfahrungen, das gehört immer dazu. Aber ich provoziere das natürlich nicht, wie Alex mir geschrieben hat. Man sieht Reichtum und Armut. Mal ist man umgeben von vielen Menschen, mal ist man ganz einsam. Aber diese Erlebnisse prägen einen und bilden den Charakter. Sie machen aus uns die Menschen, die wir sind!
Ich passe auf mich auf und trage die Verantwortung für mich und mein Handeln.

"Es ist schön, wenn man in allem nur das GUTE sieht -
aber leider ist die Welt und der Mensch nicht immer gut! Sei ein bisschen kritischer und freu Dich über Gutes, ja, aber erahne aus, dass es mal nicht nur gut ist!" Ich nehme mir deine Nachricht sehr zu Herzen Alex! Ich weiß dass man kritisch sein muss, wenn man neuen und vorallem fremden Menschen begegnet. Das lernt man, wenn man allein unterwegs ist und eigentlich nur sich selber vertrauen kann.
Das ist es, was mir etwas fehlt. Das Vertrauen in Andere, die einem helfen Entscheidungen zu treffen, und die einen begleiten und Ratschläge geben. Aber nun muss ich allein Entscheidungen treffen, entscheiden, was für mich das Beste ist und ich kann in Gewissen Momenten nicht auf andere Meinungn hören, weil da keine andere Meinung ist.

Danke für deine ehrliche Nachricht Alex! Ich freu mich schon, wenn ich euch alle wieder in die Arme schließen kann!

Penguins, Koalas and Wallabies

Ich sitze gerade auf dem Balkon des Backpackers auf Phillip Island. Die Sonne scheint mir ins Gesicht und bräunt mich hoffentlich wieder. Leider hab ich so ziemlich alle Bräune, die ich von Fiji mitgebracht hatte, wieder verloren.
Phillip Island ist wirklich eine schöne, typisch australische Insel. Allerdings ist sie viel größer, als ich ursprünglich gedacht hatte.
Zwei Stunden hat mich die Fahrt mit den öffentlich Verkehrsmitteln gedauert, bis ich hier angekommen war. Das Hostel ist wirklich schön. Saubere Küche mit funktionierenden Pfannen und Töpfen, saubere Zimmer und Duschen. Allderings ist hier so gut wie nichts los! Heute Nacht schlafe ich alleine in einem 6- Bett Zimmer. In der Küche ist man eigentlich auch so gut wie alleine. Aber das ist auch ganz nett. Man muss sich also nicht um die Herdplatten prügeln oder warten, bis eine frei wird.

Am ersten Tag hier auf der Insel bin ich gelaufen und gelaufen und gelaufen. Ich wollte gerne die Pinnacles sehen. Der Mann an der Rezeption meinte, dass es auf jeden Fall sehenswert ist. Also habe ich mich auf den vierstündigen Marsch eigelassen. Der Surf Beach hier in Newhaven ist einfach wunderschön. Die Surf Beaches sind sowieso immer viel schöner als die langweiligen Badestrände, wo es ja noch nicht mal Wellen gibt. Aber ich musste ja noch viel weiter. Auf den Hügel und von da aus noch mal 20 Minuten bis ich die Pinnacles endlich erreicht hatte. Da waren sie. Diese uralten, aus dem Wasser ragenden Felsen. Im Hintergrund ging die Sonne bereits unter. Einfach wunderschön. Die perfekte, romantische Szenerie für ein verliebtes Pärchen. Aber ich war nun mal allein und hab den Sonnenuntergang ganz allein für mich genossen!
Als ich mich auf den Rückweg machte wurde es bereits ziemlich dunkel. Und nach wenigen Minuten war es stockfinster und ich musste bestimmt noch mehr als eine Stunde durch diese Finsternis laufen. Irgendwelche Tiere sind in den Gebüschen hin und her gesprungen und haben mir, um ehrlich zu sein, ziemlich Angst eingejagt. Also habe ich einfach meinen Daumen ausgestreckt. Vielleicht würde ja ein Auto halten und mich wenigstens zur Hauptstraße fahren. Nach wenigen Minuten hatte ich Glück und ein junger Kerl hat gehalten und mich wieder zum Backpackers gebracht. Er meinte, dass er fast das letzte Auto war. Anders hätte ich noch Stunden laufen müssen!

Am nächsten Morgen habe ich mich auf den Weg zu den Koalas gemacht. Ich bin mittlerweile seit 1 1/2 Monaten hier und habe noch nicht ein Nationaltier gesehen. Das musste nun geändert werden. Also ab ins Koala Conservation Centre. Diese Tiere sind ja nun nicht die aufgregensten und aktivsten Wollkneule. Sitzen den ganzen Tag auf ihrem Baum, schlafen oder essen. Was ein Leben. Eher langweilig als wünschenswert.
Nach einer knappen halben Stunde hab ich mich dann auch weiter auf den Weg nach Cowes gemacht, wo mich ein Bus abholen sollte, der mich zur Penguine Parade fahren würde. Auch jetzt hatte ich wieder das Glück, dass mich jemand mitgenommen hat. Ich hätte mal wieder Ewigkeiten laufen können. Bei knallendere Sonne.
In Cowes hab ich mich dann etwas an den Strand gelegt, Musik gehört und gelesen.

Die Penguine Parade war einfach nur zu süß. Diese kleinen Geschöpfe, die gerade mal 35 cm groß sind und zu den kleinsten Pinguienen der Welt gehören, kamen aus dem Wasser gewatschelt um zu ihren Schlupflöchern zu gehen, wurden aber immer wieder von den Wellen ins Meer gerissen oder haben sich kurzerhand entschieden doch noch etwas zu schwimmen, weil sie Angst vor den Seemöven hatten, die am Strand auf sie gewartet hatten. Das war es echt wert gesehen zu haben. Die anderen Leute waren zwar etwas nervig, weil sie immer aufgestanden sind oder einfach laut gesprochen haben, obwohl die Ranger vorher extra gesagt hatten, dass wir das eben nicht tun sollen. Sowas hasse ich an öffentlichen Atraktionen!

Heute war ich auf einer Heritage Farm, wo man ein altes Bauernhaus und Ställe angucken, sowie Kühe melken kann. Gähnend langweilig. Ich war froh, als ich da wieder weg war und endlich in die Chocolate Factory konnte!
Den Rest des Tages habe ich natürlich am Strand verbracht mit meinem neuen Bikini, den ich mir auf Fiji gegönnt hatte.

Morgen gehts wieder zurück nach Melbourne. Ich hatte hier echt Glück mit dem Wetter. Fast 30° C im Herbst. Das ist auch hier ungewöhnlich.
Gleich mache ich mich auf den Weg um den Sonnenuntergang von der Brücke, die Phillip Island mit dem Festland verbindet, zu betrachten. Ich hab gehört, man soll da eine wunderschöne Aussicht haben.


Cape Woolamai


Cape Woolamai and Surf Beach


The Pinnacles




Koala in the Koala Conservation Centre

Wallaby

Wetlands on Phillip Island

Penguins at the Parade (Leider durfte man keine Fotos machen)



Sunset at Newhaven

Churchill Island